Bundesprogramm "Sprachkita - Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist"

 

Liebe Eltern,

 

diesmal möchte ich Ihnen zwei Buchempfehlungen vorstellen. Beide Bücher sind für Kinder in schwierigen Lebenssituationen gedacht. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder mit bestimmten Erfahrungen nicht umgehen können. Hierbei ist es wichtig, dass wir als Eltern und Pädagogen dies erkennen und einen starken Rückhalt geben oder am besten präventiv arbeiten.

 

 

Eine Kindheit sollte immer glücklich und unbeschwert sein.

 

Um das zu erreichen, brauchen Kinder einen besonderen Schutz-

 

In der Familie ebenso wie in der Gesellschaft.

Veronika Ferres

 

Leider ist dies keine Selbstverständlichkeit, sondern Etwas, das sich nur durch nicht nachlassendes Engagement erreichen lässt. Wichtige Ziele, die auch der Verein „Power Child“ verfolgt, sind hierbei:

 

  • Das Bewusstsein für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung bei Kindern zu fördern

  • Grenzverletzung erkennen lernen und sich dagegen wehren

  • Das kindliche Selbstvertrauen zu stärken

  •  

Gerade besonders Schutzbedürftige, nämlich sehr junge Kinder, sind zum Selbstschutz nur sehr eingeschränkt in der Lage.

Aber man kann auch sie - in sehr behutsamer und individueller Weise – an das Thema heranführen.

Junge Kinder können jedoch schon ein Gespür dafür entwickeln, welche Situationen potentiell bedrohlich sein können und dass sie in solchen Angstsituationen Hilfe von Erwachsenen brauchen.

Ein gut gelungenes Buch zu diesem Thema ist:

 

Ich geh doch nicht mit jedem mit! von Dagmar Geisler

 

Hierbei geht es um ein kleines Mädchen, welches darauf wartet abgeholt zu werden. Lu, so heißt das Mädchen trifft einige Bekannte aus der Stadt und ihrem Umfeld die sie gerne nach Hause bringen würden. Sie stellt jedoch fest, dass sie die Leute alle nicht genug kennt. Von Frau Schmidt weiß sie z.B. nicht mal wie sie mit Vornamen heißt oder ob sie auch in echt rote Haare hat. Hierbei kommt immer wieder ein sehr einprägender Satz vor: „ Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit“. Außerdem hat Mama zu Lu gesagt sie soll bitte warten.

Das Buch ist auf eine sehr charmante Art und Weise geschrieben und beinhaltet einen witzigen Schluss.

 

Was können Sie als Eltern noch tun? :

 

Man kann mit dem Kind für Situationen in denen es alleine ist ein paar einfache Regeln vereinbaren:

  • Lass dich nicht von Fremden ausfrage. Auch nicht am Telefon oder im Garten.

  • Steige niemals zu einem Fremden ins Auto. Falls dich ein Erwachsener aus dem Auto anspricht, halte Abstand zum Auto. Auch wenn ein Erwachsener nach dem Weg fragt und du den Weg weist: Lass dich nicht auf ein Gespräch ein. Der Erwachsene kann jemand anders fragen.

  • Wenn du das Haus verlässt, sag deiner Mutter oder dem, der gerade auf dich aufpasst, also Papa, Oma, Schwester oder Tante immer, wohin du gehst. Gehe anschließend wo anders hin.

  • Sei pünktlich und trödele nicht unnötig herum. Halte eine bestimmte ausgemachte Uhrzeit ein.

  • Du darfst dich wehren und „Nein“ sagen.

  • Du solltest die Türe nicht öffnen, wenn es klingelt und kein Erwachsener zu Hause ist.

  • Wenn dir etwas merkwürdiges passiert ist, solltest du es deinen Eltern sagen. Auch dann, wenn jemand von dir verlangt, dass es ein Geheimnis bleiben soll.

  • Du sollst schnell weg laufen, wenn dir eine Situation unangenehm ist oder du angegriffen wirst.

  • Du sollst niemals mit Bekannten oder gar Fremden mitgehen, es sei denn, die Eltern

haben es dir ausdrücklich erlaubt. Wenn es vorher nicht abgesprochen wurde, gehst du nur mit, wenn das vereinbarte Codewort genannt wird.

 

Es ist durchaus sinnvoll ein gemeinsames Codewort aus zu machen, falls doch mal jemand anderes kommt um ab zu holen.

 

Ein weiteres schwieriges Thema für Kinder ist der Tod.

 

Kinder trauern häufig anders als Erwachsene. Oft finden sie keine Worte für das, was in ihnen vorgeht. Manche Kinder wechseln sprunghaft zwischen ihren Gefühlslagen, lachen im Augenblick und weinen im nächsten Moment oder sind plötzlich wütend. Andere ziehen sich zurück und schweigen. Andere tun so als wäre nichts geschehen.

 

In dem Buch „ Ein Himmel für Oma“ geht es darum, dass zuerst der kleine Kanarienvogel stirbt, und langsam geht es auch der Oma immer schlechter. Die Oma erzählt viel von ihren Erlebtem. Bis eines Tages dann auch die Oma stirbt. Die Kinder können sich in aller Ruhe von ihr verabschieden und behalten die Erinnerungen, die sie mit der Oma zusammen hatten, in ihrem Herzen. Dieses Buch ist sehr einfühlsam erzählt.

 

Wichtig für sie als Eltern ist, dem Kind bei einem Verlust eines Menschen, in dieser Zeit aufmerksam zur Seite zu stehen, auch wenn es für sie selbst nicht leicht ist. Ihrem Kind Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln und ihm weiterhin einen geregelten Alltag zu ermöglichen. Sprechen sie offen und ehrlich über den (evtl. auch bevorstehenden) Verlust eines geliebten Menschen, damit Sie sich gemeinsam darauf vorbereiten und gemeinsam trauern können. Benennen Sie den Tod und versuchen Sie nicht, sich vor Ihrem Kind zu verstellen. Zeigen Sie wenn sie traurig sind – weinen gehört für viele Menschen dazu. Gefühle zu zeigen erfordert oft mehr Mut, als sie zu verbergen.

 

Auch das Buch beinhaltet noch ein paar Möglichkeiten den Verstorbenen zu gedenken.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie auf diesem Weg viel Mut, Vertrauen und Zusammenhalt für schwierige Lebenslagen und wünsche Ihnen ein frohes Fest der Auferstehung.

 

Ihre

Christina Köllner